Was bedeutet E-Government?

Das vergangene Jahrzehnt ist gekennzeichnet durch die rasante Entwicklung und den zu-nehmenden Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), sowohl im Privat- als auch im Geschäftsbereich. Für viele Bürgerinnen und Bürger ist der Alltag ohne die zahlreichen E-Services, die zu jeder Tages- und Nachtzeit genutzt werden können, kaum mehr vorstellbar.

Die Ansprüche der Bürgerinnen und Bürger nehmen laufend zu. Fragen wie: «Kann ich das auch online erledigen?» oder «Wo finde ich diese Informationen im Internet?» gehören in der Verwaltung mittlerweile zur Tagesordnung.

Die Antwort heisst E-Government: Öffentliche Dienste können mit Informations- und Kommunikationstechnologien jederzeit und überall in Anspruch genommen werden. E-Government erfüllt auch den Auftrag der Verwaltung, den Bürgerinnen und Bürgern Transparenz und offene Information zu gewähren.

 Auch der Kanton Basel-Stadt vereinfacht und verbessert die öffentlichen Dienste durch den Einsatz von IKT. Die Informatik steht aber nicht im Zentrum der Veränderungen und ist nicht Selbstzweck. Vor der Einführung eines neuen elektronischen Dienstes werden die Prozesse in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden der Verwaltung analysiert und angepasst. Der Prozess definiert also die Anforderungen an die Informatik, nicht umgekehrt.

Von E-Government profitieren viele Menschen und Institutionen: Bürgerinnen und Bürger, Touristinnen und Touristen, Politikerinnen und Politiker, Forscherinnen und Forscher, Medienschaffende, Jugendliche, Unternehmen und die Verwaltung selber.

Das kantonale E-Government ist einheitlich gestaltet und selbsterklärend. Nutzerinnen und Nutzer sollen ein Formular weitgehend ohne Anleitung ausfüllen können. Auch Wahlen und Abstimmungen sollen in Zukunft per E-Voting einfach gestaltet sein, ohne dass der Datenschutz verletzt oder Wahlergebnisse verfälscht werden können.

Jeder neue E-Service baut auf bestehenden Technologien und Abläufen auf. Der Grundsatz lautet: einmal entwickeln, mehrfach nutzen. Die Verantwortlichen der Fachstelle E-Government erkennen neue technische Entwicklungen frühzeitig und nutzen sie für künftige Projekte.

Für jedes neue E-Government-Projekt gelten acht Grundsätze:

1. Der Nutzen für externe Kundinnen und Kunden (Unternehmen und Einzelpersonen) steht im Vordergrund.

2. Die Partizipation der Bevölkerung wird mit aktiver Kommunikation (online und persönlich) gefördert.

3. Verwaltungsdaten werden öffentlich zur Verfügung gestellt.

4. Kundinnen und Kunden erhalten einen einfachen und persönlichen Zugang zu den Behörden.

5. Die Verwaltung wickelt die Geschäfte mit den Kundinnen und Kunden wo immer möglich elektronisch, transparent und effizient ab.

6. Alle E-Government-Dienste, Applikationen und technischen Mittel sind mehrfach verwendbar.

7. Alle E-Government-Dienste sind einheitlich gestaltet und für Nutzerinnen und Nutzer sofort erkennbar.

8. Das Bewusstsein für die Vorteile von E-Government wird in der Verwaltung und bei Kundinnen und Kunden geschärft.